13. Juni 2003

Besuch der Bundestagsabgeordneten in der IGV GmbH

Bei Ihrem Besuch im Institut für Getreideverarbeitung in Bergholz Rehbrücke informierte sich Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein ( SPD) mit zwei Mitarbeitern zu spezifischen Fragestellungen der Forschung und Entwicklung im Zusammenhang mit der Roggenverwertung und dem bevorstehenden Abbau der Roggenintervention.

Der in Deutschland erzeugte Roggen ( 4,5 Mio t) liegt weit über der derzeitigen Verwendung in der menschlichen Ernährung (23 % etwa 1 Mio t), in der Verfütterung ( 34 % etwa 1,5 Mio t) und in der industriellen Nutzung ( 1 % etwa 40 kt). Besonderen Schwerpunkt bildet der Roggenanbau im Land Brandenburg.  Das spezifische Potential dieses Getreides wird ungenügend genutzt. Die IGV Institut für Getreideverarbeitung GmbH forscht intensiv hinsichtlich  vielfältiger Verwertungsmöglichkeiten in den Bereichen Nahrungsmittel, Tierernährung, energetische Nutzung und Herstellung neuer Industriewerkstoffe.. Bei Sicherung des Qualitätsanspruches sind hier prosperierende Märkte gegeben.

Besonders beeindruckt zeigte sich Andrea Wicklein von der Entwicklung einer neuen Technologie zur Verarbeitung von Roggen zu Backwaren, die ohne die bisher erforderliche Versäuerung des Roggens auskommt. So ist es möglich, dass die von den Verbrauchern zunehmend bevorzugten weichen und softigen Backwaren, wie zum Beispiel Ciabatta, Toastbrot und Croissants auch aus Roggen hergestellt werden können und somit große Potentiale der Nutzung von Roggen auch im mediterranen Raum gesehen werden.
Weitere Forschungsergebnisse der IGV GmbH zur Nutzung von Roggen sind
-         Bau- und Dämmstoffe auf der Basis von Roggen
-         Biowertstoffe zur Herstellung von biologischen Verpackungsmaterialien
Gemeinsam mit der Universität Potsdam und weiteren Hoch- und Fachschulen der Region wird der Forschungsstandort Bergholz- Rehbrücke zum speziellen Schwerpunkt pflanzliche Erzeugnisse und deren Verwertung entwickelt.
Die notwendige Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet und somit Schaffung von innovativen Produktionsstätten ist nur möglich, wenn Förderbedingungen geschaffen werden, die ein innovatives Klima begünstigen. Frau Wicklein wird sich als Mitglied des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung sowie als Stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für Wirtschaft und Arbeit des Deutschen Bundestages u.a. dafür einsetzen, dass das Förderprogramm Innovat bis 2009 weiter geführt wird und die Förderprämissen generell einfacher gestaltet werden.

Olaf Bauermann ( IGV, links) erläutert Frau Andrea Wicklein ( ganz rechts) die Technologie der Roggenverarbeitung

 

IGV Institut für Getreideverarbeitung GmbH
Arthur-Scheunert-Allee 40/41
14558 Bergholz-Rehbrücke

Ansprechpartner: Ines Gromes
Tel.:        03 32 00/89-107
Fax:        03 32 00/89-220
e-mail:    igv-transfer@institut-fuer-getreideverarbeitung.net