09. Januar 2003

Initiative für Roggen

Bereits seit mehreren Jahrhunderten wird Roggen in Deutschland angebaut. Er hat eine große Bedeutung und Wirkung auf die Gestaltung des ländlichen Raumes. Auf die Produktion von Roggen in vielen Regionen von Deutschland kann deshalb nicht verzichtet werden, weil Roggen mit Erträgen zwischen 45 und 100 dt/ha die einzige Kultur ist, die auch bei Bodenwertzahlen unter 35 nachhaltig marktfähige Produkte liefern kann.  Darüber hinaus stellt der Anbau von Roggen in diesen Regionen eine wesentliche Komponente der Fruchtfolge dar.
Der in Deutschland erzeugte Roggen ( 4,5 Mio t) liegt weit über der derzeitigen Verwendung in der menschlichen Ernährung (23 % etwa 1 Mio t), in der Verfütterung ( 34 % etwa 1,5 Mio t) und in der industriellen Nutzung ( 1 % etwa 40 kt). Das spezifische Potential dieses Getreides wird ungenügend genutzt. Besonderen Schwerpunkt bildet der Roggen im Land Brandenburg. Aus diesem Grund haben der Verband pro agro e.V. des Landes Brandenburg und die Centrale Marktinggesellschaft der Deutschen Agrarwirtschaft mbH (CMA) eine Studie zum Aufzeigen von Entwicklungspotentialen bei der Vermarktung von Roggen in Auftrag gegeben. Die IGV Institut für Getreideverarbeitung GmbH zeigt im Ergebnis dieser Studie vielfältige Verwertungsmöglichkeiten in den Bereichen Nahrungsmittel, Tierernährung, energetische Nutzung und Herstellung neuer Industriewerkstoffe auf. Bei Sicherung des Qualitätsanspruches sind hier prosperierende Märkte gegeben.

In der menschlichen Ernährung zeichnet sich Roggen durch besonders hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt aus. Neben diesen Inhaltsstoffen enthält der Roggen Lignane, die verschiedene physiologische Krankheitsschutzwirkungen haben. Ein weiterer Vorteil von Roggenprodukten ist die lange Frischhaltung. Das spricht dafür, mehr Roggenprodukte zu verzehren. Im Rahmen der Studie wurden neue Roggen-Produkte entwickelt, die dem Trend der Menschen nach gesundheitsfördernden, schmackhaften und abwechslungsreichen Nahrungsmitteln entsprechen.

Diese Produktentwicklungen werden anlässlich der Internationalen Grünen Woche den Verbrauchern vorgestellt. Es handelt sich hierbei um

( Internationale Grüne Woche 17.-26.1.03 Berlin, Halle 21 a, Brandenburghalle)

IGV Institut für Getreideverarbeitung GmbH
Arthur-Scheunert-Allee 40/41
14558 Bergholz-Rehbrücke

Ansprechpartner: Ines Gromes
Tel.:        03 32 00/89-107
Fax:        03 32 00/89-220
e-mail:    igv-transfer@institut-fuer-getreideverarbeitung.net