05. April 2002

Innovationen im Lebensmittelbereich

Die Ernährungsindustrie verarbeitet mehr als ¾ der in Deutschland erzeugten Agrarrohstoffe zu hochwertigen Lebensmitteln. Über die beiden Hauptabsatzwege Lebensmitteleinzelhandel und Gastronomie/Gemeinschaftsverpflegung gelangen die Produkte zum Verbraucher. Die enge wirtschaftliche Verflechtung der Lebensmittelkette erfordert große Anstrengungen zur Wahrung eines hohen Standards der Lebensmittelsicherheit und zur Erhaltung des Verbrauchervertrauens in die Lebensmittel.

Die Ernährungsindustrie ist ausgesprochen mittelständisch geprägt. Drei Viertel aller Betreibe haben weniger als 100 Beschäftigte. Viele Unternehmen, wie Handwerksbäckereien/-fleischereien haben sogar im Durchschnitt nur ca. 20-30 Beschäftigte. Dennoch ist die Wirtschaftskraft dieses Industriezweiges, der im Land Brandenburg zu den umsatzstärksten Branchen mit der größten Zahl an Arbeitskräften im Verarbeitenden Gewerbe gehört, nicht zu unterschätzen.

Um diese Wirtschaftskraft zu erhalten und zu fördern, wurde vom Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie des Landes Brandenburg die Technologie- und Innovationstransferstelle für die Lebensmittel- und Verarbeitungswirtschaft im IGV Institut für Getreideverarbeitung in Bergholz-Rehbrücke etabliert.

Wesentlich für eine erfolgreiche innovative Entwicklung ist eine enge Vernetzung von Wissenschaft, Unternehmen und öffentlicher Hand nicht nur im regionalen Bereich sondern national und international. Damit Innovation florieren kann, sind sowohl ein günstiges Umfeld als auch Schlüsselakteure, die in einem engmaschigen Netz zusammenarbeiten, notwendig. Hier setzt die Arbeit der Transferstelle an. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse sollen den Brandenburger Unternehmen leicht zugänglich gemacht werden, damit diese mit Hilfe von Netzwerken das Wissen produktiv einsetzen können. Aufgabe der Transferstelle wird es also auch weiterhin vorrangig sein, den Austausch von Wissen und Know-how zu fördern, Verbindungen mit Zulieferern, Lizenznehmern und Entwicklungspartnern aufzubauen. Die Unternehmen der Lebensmittelbranche fordern oft Hilfestellung bei der Bewertung ihres Technologiebedarfes und beim Abschluss von Entwicklungsvereinbarungen, insbesondere mit Partnern aus anderen Ländern. Von daher können sie intensive Unterstützung bei der Vorbereitung und Umsetzung ihrer Geschäftspläne und Verfolgung einer geeigneten Strategie durch die Mitarbeiter der Transferstelle im Institut für Getreideverarbeitung gut gebrauchen. Im Jahr 2001 wurden von der Transferstelle über 180 Beratungen durchgeführt und 32 Spezialprojekte betreut. Die wesentlichen Schwerpunkte waren dabei die Biotechnologie, neue Produktionsverfahren, Nutzung Nachwachsender Rohstoffe für neue Industriegüter und die Qualifizierung von Mitarbeitern in den Unternehmen. Im Jahr 2002 wird der Schwerpunkt der Tätigkeit der Transferstelle für die Brandenburger Unternehmen in der Verbreitung und Nutzung des e-commerce, in der Entwicklung von funktionellen Lebensmitteln und in der Vermittlung von internationalen Kooperationen liegen.

IGV Institut für Getreideverarbeitung GmbH
Arthur-Scheunert-Allee 40/41
14558 Bergholz-Rehbrücke

Ansprechpartner: Ines Gromes
Tel.:        03 32 00/89-107
Fax:        03 32 00/89-220
e-mail:    igv-transfer@institut-fuer-getreideverarbeitung.net