Algen vom Hof

[BIOTECH • 15.01.2014]

Photobioreaktoren und die Produktion von Mikroalgen bieten verschiedenste Potenziale für Nachhaltigkeit, Umweltschutz und neue natürliche Produkte.

Die deutsche Landwirtschaft hat im Fall von Energiewende und Bio-Anbau ihren innovativen weltweiten Vorreitercharakter unter Beweis gestellt. Mit dem gesteigerten landwirtschaftlichen Interesse an Mikroalgen wird möglicherweise ein weiteres Kapitel dieser erfolgreichen Geschichte aufgeschlagen.

Die DLG hat nach dem erfolgreichen Aquakultur-Programm »Fisch vom Hof« ein neues Seminarprogramm mit dem Titel »Algen vom Hof« gestartet, das den Bezug zwischen der Mikroalgenforschung und der Landwirtschaft herstellen soll. IGV Biotech ist mit einem Vortrag zum grundlegenden Design von Photobioreaktoren an diesem Seminarprogramm beteiligt.

Mikroalgenzucht und Landwirtschaft passen zusammen
Die Zucht von Mikroalgen nutzt Sonnenlicht, Nährstoffe und CO2 um Biomasse zu bilden. Diese wertvolle Biomasse wird nach ihrer Ernte zu Nahrungsergänzungsmitteln, Kosmetik- oder Pharmarohstoffen verarbeitet. Neue Entwicklungen wollen das herausragende Wachstumspotenzial der Mikroalgen zur Produktion von Biokraftstoffen, Futtermitteln oder Rohölersatzstoffen nutzen. Bringt man Mikroalgen und die Landwirtschaft zusammen, entstehen ganz neue und vielfältige Synergien. Besitzt ein landwirtschaftlicher Betrieb zum Beispiel eine Biogasanlage, so kann der nährstoffreiche Gärrest grundsätzlich zur Algenzucht genutzt werden. Ebenso können die Algen das bei der Verbrennung oder der Aufbereitung des produzierten Biogases anfallende CO2 verwerten und so einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die produzierten Algen können am Ende betriebsintern als Futtermittel oder extern im Rahmen von Bioraffinerien weiterverarbeitet werden.

Photobioreaktoren als neues landwirtschaftliches Geschäftsfeld
Die grundsätzliche Eignung von Biogas-Abgasen und Gärresten zur Algenzucht wurde in verschiedenen Vorversuchen und Forschungsprojekten unabhängig bestätigt. Die zur Algenproduktion notwendigen Photobioreaktoren erfordern ein nicht unerhebliches Investment, das gerade im dezentralen landwirtschaftlichen Bereich von verschiedenen Regional-Förderprogrammen profitieren kann. Die große Vielfalt auf der Produktseite ist interessant für Investoren, da zwischen der Erzeugung von hochwertigen Spezialprodukten und Massenmarkt-fähigen Grundstoffen gewählt werden kann. Entsprechend der unterschiedlichen Produkte haben verschiedene Forschungsgruppen und kleinere Unternehmen unterschiedliche technische Konzepte zur Algenproduktion entwickelt.

Weltweit werden in tropischen und subtropischen Regionen häufig offene Systeme eingesetzt, die nach ihrer Form »Raceway Ponds« genannt werden. Diese sind aber wegen des wechselhaften mitteleuropäischen Klimas, geringer Flächeneffizienz und reduzierter Produktqualität für die deutsche Landwirtschaft ungeeignet. In der Produktion von Hochwertprodukten haben sich bis heute vor allem geschlossene Systeme aus Glasrohren bewiesen. In ihnen werden die Algen in langen Glasröhren mit Licht und zentral mit CO2 und Nährstoffen versorgt. Einfachere Systeme aus Kunststofffolien, Plastikplatten oder nach dem Dünnschicht-Prinzip befinden sich derzeit in der Entwicklung und die erfolgreiche großtechnische Umsetzung steht aus.

IGV Biotech als Partner für die Landwirtschaft
IGV Biotech erforscht und entwickelt als Teil der IGV GmbH seit mehr als 30 Jahren Anlagen und Konzepte zur Verwendung der Mikroalgen. Neben verschiedenen Algen-Produkten wie Wirkstoffextrakten oder der hauseigenen Kosmetikserie »Aquaflor«, haben sich die Photobioreaktoren auf Basis von Glasröhren weltweit in der Hochwert-Produktion von Mikroalgen etabliert. IGV Biotech ist mit mehr als 200 verkauften geschlossenen Photobioreaktoren weltweit führend und engagiert sich weiter für eine massenmarkt-taugliche industrielle Produktion von Mikroalgen.