Planetenwalzenextruder

Die wesentlichen Bestandteile eines Planetwalzenextruders (PWE) sind der temperierte Zylinder, der über eine Innenverzahnung verfügt, die angetriebene, temperierte und verzahnte Zentralspindel und die umlaufenden, verzahnten Planeten. Die Komponenten verfügen über eine 45° Verzahnung, so dass eine Förderwirkung in axialer Richtung erreicht wird.

Der modulare Aufbau des Extruders besteht in dem aus mehreren Modulen zusammengesetzten Zylinder und bewirkt somit eine Trennung einzelner Räume innerhalb des Extruders. Die Module können durch sog. Dispergierringe, die lediglich einen schmalen Spalt für den Materialdurchtritt lassen voneinander getrennt oder durch verzahnte Zwischenringe zu einem langen Modul verbunden werden. Die Module sind separat temperierbar und können über unterschiedliche Planetenkonfigurationen verfügen. Die große innere Oberfläche des PWE und die durch die umlaufenden Planeten abgetauschte Fläche ermöglichen einen guten Wärmeübergang zwischen temperierten Bauteilen (sowohl Heizen, als auch Kühlen ist möglich)  und dem zu verarbeitenden Material. In dieser Besonderheit liegt einer der wesentlichen Unterschiede zu herkömmlichen Extrusionsverfahren.

Die Planetwalzenextrusion bietet eine exakte Temperaturführung. Während herkömmliche Extrusionsverfahren meist druckorientiert arbeiten und der mechanische Energieeintrag deutlich vor dem thermischen überwiegt, ermöglicht das PWE-Verfahren eine temperaturorientierte Arbeitsweise und somit unter anderem auch die Verarbeitung Temperaturempfindlicher Produkte.
Der Materialaustritt kann, wie bei anderen Systemen auch, auf unterschiedliche Weisen erfolgen, drucklos durch das letzte, geöffnete Modul, unter Druckaufbau durch entsprechend vorgebaute Aufsätze (Matrizen oder Ventile für pastöse Massen) oder radial bei Verwendung eines Radialgranulators.