Entwicklung von Bestimmungsmethoden zur analytischen Erfassung der Fumonisine in verarbeiteten Lebensmitteln auf Maisbasis


Development of analytical methods for determination of fumonisins in maize-based products

SCHLAGWÖRTER
Mykotoxine, Fumonisine, Maisprodukte, Analysenmethode

KURZFASSUNG
Die AOAC-IUPAC-Methode 995.15 zur Fumonisinbestimmung in Mais basiert auf Methanol-Wasser-Extraktion, Extraktreinigung an SAX-Säulen und HPLC mit Fluoreszenzdetektion. Geprüft wurde die Methode in Ringversuchen an nativem Mais. SAX-Säulen sind für die Untersuchung von nativem Mais, Maisgrits oder Maismehl. Zur Untersuchung von Produkten mit hohem Fettgehalt (wie z. B. Snacks) oder von Cornflakes waren SAX-Säulen dagegen nur bedingt geeignet. Die Anwendung von Immunoaffinitätssäulen erlaubte eine sehr selektive Extraktreinigung. Mit Nachweisgrenzen von 2 / 2 / 1 µg/kg FB1 / FB2 / FB3 und relativen Standardabweichungen von < 5 % steht eine sehr empfindliche und genaue Methode zur Fumonisinbestimmung in verarbeiteten Maisprodukten zur Verfügung. Es wurden 58 Maisprodukte aus Handel und Nahrungsmittelindustrie auf ihren Fumonisingehalt untersucht. Cornflakes enthielten nur sehr geringe Fumonisinmengen (< 50 µg/kg), dafür aber recht häufig. Snacks auf Maisbasis waren seltener, dafür aber mit einigen hundert µg/kg kontaminiert. In Maisstärke wurden keine Fumonisine nachgewiesen; Maiskleber enthielt ebenfalls einige hundert µg/kg Fumonisine. Die Untersuchungsergebnisse besitzen Relevanz für die Gesundheitsfürsorge in der Bundesrepublik Deutschland. Die Untersuchungen haben gezeigt, daß auch verarbeitete Lebensmittel auf Maisbasis zum Teil beträchtlich mit Fumonisinen kontaminiert sind. Die Extraktion von natürlich kontaminierten Maisprodukten mittels Methanol / Wasser (3+1) bzw. mit Methanol / 0,1 M Salzsäure (3+1) führte zu unterschiedlichen Ergebnissen. Verglichen mit der in verschiedenen Ringversuchen erprobten Methanol / Wasser - Extraktion führte die saure Extraktion meist zu höheren Fumonisingehalten, wobei die durchschnittliche Steigerung bei 50 % lag. In einer Tortillasnackprobe wurde nach saurer Extraktion sogar ein um ca. 500 % höherer Fumonisin-gehalt festgestellt. Da bei saurer Extraktion zum Teil beträchtlich höhere Fumonisingehalte als mit der AOAC-IUPAC-Methode gefunden wurden, bedarf die bisherige Fumonisinanalytik einer Revision.

LAUFZEIT
04/1996 bis 06/1998

FÖRDERUNG durch
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

BEARBEITER/ANSPRECHPARTNER
Dipl.-Chem. Ute Meister, CTA Hannelore Dahlke

VERÖFFENTLICHUNGEN
Meister, U., "Einfluß von Extraktion und Extraktreinigung auf den bestimmbaren Fumonisingehalt von Mais und Maisprodukten" Poster (20. Mykotoxinworkshop: 8.-10.6.1998, Detmold und 16. ICC-Konferenz 1998, Wien)

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