Verfahrensentwicklung und Betrieb einer Pilotanlage zur Herstellung und Testung von bioaktivem Futtermittel


Development of the process and operation of a pilot plant for producing and testing of bioactiv feedstuff

SCHLAGWÖRTER
Biotechnologie, Mikroalgen, Chlorella vulgaris, Mikroalgenkultivation, Nutzung von CO2 aus industrieller Abluft, Futtermittel, Fütterungsversuche

KURZFASSUNG
Ziele des Vorhabens sind, Mikroalgenbiomassen auf der Basis von CO2-haltiger Abluft unter Variation der Kultivierungsbedingungen herzustellen, diese dann mittels verschiedener Präparationsmethoden in repräsentativen Mengen den Applikationstests zur Ermittlung tiergesundheitlicher Effekte, insbesondere aber der Feststellung von Einsatzmengen bei der Fütterung zu übergeben. Im Ergebnis des Vorhabens sollen einerseits biologische, technische und technologische Ergebnisse und Daten zur Maßstabsvergrößerung der Kultivation als auch Produkte auf der Basis von Mikroalgenbiomasse stehen, deren Wirkungen und wirtschaftliche Verwertbarkeit belegt werden können. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum für Applikationsuntersuchungen ca. 300 kg Chlorella vulgaris Biomasse getrocknet.

Auf Grundlage früherer Ergebnisse konzentrierte sich der Nachweis der bioaktiven Wirkung der 1998 in Elbingerode geernteten Chlorella vulgaris Biomasse auf Applikationsuntersuchungen bei Puten-Legehennen.

Mit diesen noch laufenden Applikationsuntersuchungen kann erstmalig durchgängig die Wirkung von Chlorella auf Gesundheit, Legeleistung, Eiqualität und auf die Schlupfergebnisse von Puten in einem Maßstab von 750 Tieren pro Gruppe über einen Zeitraum von 25 Wochen unter Standard-Zuchtbedingungen untersucht werden. Die Auswertung der ersten Ergebnisse zeigte, daß bis zur 20. Woche durch die algengefütterte Gruppe im mittleren pro Woche 158,3 Eier, d.h. 0,22 Eier/d*Tier mehr gelegt wurden. Insgesamt erhielten die Züchter bereits 3166 Eier mehr von den algengefütterten Puten als von der Kontrollgruppe. Die erhöhte Anzahl der gelegten Eier wirkte sich nicht downregulierend auf den Gesundheitszustand und Schlupfergebnisse aus. Aus den Algen-Eiern schlüpften sogar 0,17 % mehr Küken der Qualität A. Parallel zu der 6000 Liter fassenden Platten-Pilotanlage wurde in einem Glasrohrmodul von 500 Liter Volumen eine neue und effizientere Konfiguration auf Basis von Glasrohren mit Erfolg getestet. Derzeitig erfolgt in der Pilotanlage planmäßig der Aufbau des 6000 Liter- Glasrohrbioreaktors.

LAUFZEIT
06/1998 bis 12/1999

FÖRDERUNG durch
Bundesministerium für Wirtschaft

BEARBEITER/ANSPRECHPARTNER
Dr. Dr. Otto Pulz
Dipl. Chem. Horst Franke

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