Vergleichende Untersuchungen zum Mykotoxingehalt von ökologisch und konventionell angebautem Getreide 


Comparative investigations on the mycotoxin content of ecologically and usually cultivated grain

SCHLAGWÖRTER
Mykotoxine, Getreide, ökologischer Anbau, konventioneller Anbau

KURZFASSUNG
Bei Verwendung bzw. Verzicht auf Fungizide sollten Auswirkungen auf die Pilzflora und damit auf den Mykotoxingehalt zu erwarten sein. Es gibt in der Literatur aber auch Hinweise, daß durch Anwendung von Fungiziden die "harmlose" Pilzflora zugunsten potentieller Mykotoxinbildner zurückgedrängt wird. Diese Zusammenhänge sollten in enger Kooperation mit der LVAP Güterfelde (Anbau unter definierten Bedingungen), dem Institut für Agrartechnik Bornim (Lagerversuche, Identifizierung der Lagerpilzflora) und der Humboldt-Universität Berlin (Fusarien-Identifizierung) über einen Zeitraum von 3 Jahren untersucht werden. Zu Beginn der Bearbeitung standen vor allem methodische Arbeiten, um mehrere Mykotoxine in einem Arbeitsgang erfassen zu können. Weder Diodenarray- noch UV-Detektion der Mykotoxine bzw. ihrer Benzoylderivate erwiesen sich als geeignet. Für den Nachweis geringer Mykotoxingehalte ist eine empfindliche Detektion unabdingbar. Ochratoxin A (OTA) und Zearalenon (ZEA), die Eigenfluoreszenz aufweisen, lassen sich in einem Arbeitsgang aus der Probenmatrix extrahieren und aufreinigen (Nachweisgrenzen: OTA: 0,1 µg/kg; ZEA: 3 µg/kg). Die Einbeziehung von Citrinin in diese Methode scheiterte an zu geringer Reproduzierbarkeit und Wiederfindungsrate. Für die gemeinsame Bestimmung von Deoxynivalenol (DON) und Nivalenol (NIV) wurde ein Nachsäulenderivatisierungs-system mit Fluoreszenzdetektion aufgebaut, das den Nachweis von Deoxynivalenol und Nivalenol ab ca. 100 µg / kg Getreide erlaubt. Erste Untersuchungen an 20 Getreideproben des Landes Brandenburg der Ernte 1997 (je 5 ökologisch bzw. konventionell erzeugte Weizen- bzw. Roggenproben, Zufallsauswahl) ergaben mit einer Ausnahme eine sehr geringe Mykotoxinkontamination, was sicherlich auf die warme und trockene Witterung zurückzuführen ist. Bei den Getreideproben aus ökologischem Anbau wurde lediglich in einer Weizenprobe ZEA (4,3 µg/kg), in einer anderen OTA (0,4 µg/kg) nachgewiesen. Bei den Proben aus konventionellem Anbau war ZEA in 2 Roggen- und 2 Weizenproben nachweisbar (3,0 - 30,8 µg/kg). In einer Weizenprobe wurde neben ZEA (9,2 µg/kg) ein beträchtlicher DON-Gehalt (1306 µg/kg) festgestellt. OTA wurde in 1 Probe gefunden (0,1 µg/kg). Ein umfassenderes Bild des Mykotoxinstatus ergibt sich erst bei Weiterführung der Untersuchungen.

LAUFZEIT
04/1997 bis 12/1997

FINANZIERUNG durch
Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Landes Brandenburg

BEARBEITER/ANSPRECHPARTNER
Dipl.-Chem. Ute Meister, Dipl.-Biochem. Serena Nickel

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